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We want to share the thoughts of DIE ZEIT journalist Bernd Ulrich. How we can protect ourselves from future pandemics without losing our freedom.

Abstract of an article published by DIE ZEIT, written by Bernd Ulrich, 20/05/2020.

Der Mensch als maskierte Monade in einer desinfizierten Gesellschaft, mit strenger Hand geführt von einem allzu fürsorglichen Sicherheitsstaat – niemand möchte das, aber dass es niemand möchte, heißt noch lange nicht, dass es nicht geschieht. Diese Gefahr zu thematisieren wird bislang weitgehend den Corona-Leugnern und Virus-Verharmlosern überlassen, während die Merkel-Vernünftigen der Republik ähnlich wie in der Flüchtlingskrise die Kosten und Gefahren vernuscheln. Die gehören aber ins Zentrum der politischen Debatte. Nicht damit sich jetzt alle die Masken vom Gesicht reißen und einander endlich wieder in die Arme fallen (das bitte erst mal nicht!), sondern um gemeinsam zu überlegen, wie eine Gesellschaft aussehen könnte, die besser gewappnet ist gegen Pandemien, ohne dabei zu viel an Menschlichkeit, Sinnlichkeit und Freiheit einzubüßen. Es kann nicht darum gehen, das Virus zu verharmlosen, um die Freiheit und die Wirtschaft zu schützen, dieser Weg führt geradewegs in die Irrationalität und in die Wissenschaftsfeindlichkeit. Vielmehr muss die Gesellschaft so stark gemacht werden, dass sie Freiheit und Wirtschaftskraft bewahren kann, obwohl die virale Bedrohung dauerhaft ist. Aber wie? Einzelne erleben ihre Krankheiten oftmals als Schicksal. Für eine Gesellschaft gilt das nicht. Wie vorerkrankt und damit viral verletzlich sie ist, hängt von politischen Entscheidungen ab. Wird schlechte Ernährung subventioniert, ja oder nein? Wird Adipositas befördert, ja oder nein? Wird die pandemiefreundliche Massentierhaltung begünstigt oder nicht? Ist es das billige Kotelett wert, dass die Bevölkerung unter antibiotikaresistenten Keimen leidet? Nimmt man die hohe Zahl von Asthmatikern in Kauf, damit die Feinstaub produzierende Mobilität ungehemmt weiterlaufen kann? Ist es akzeptabel, wenn ein Drittel der Gesellschaft zehn Jahre früher stirbt, ergo erheblich kränker lebt als der Rest? In Zukunft eher nicht. Wer die Ärmsten gefährdet, der gefährdet die Gesamtheit; einer viralen Gemeinschaft bleibt vielleicht gar nichts anderes übrig, als auch eine soziale Gemeinschaft zu sein.

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